Stürmischer Start

Der PEUGEOT Eco Cup rollt! Allen Widrigkeiten zum Trotz, die sich dieser 28. Februar bislang ausgedacht hat. Das Sturmtief Xynthia, das am Vortag Spanien heimgesucht hat, leistet sich heute einen Abstecher nach Frankreich. Noch vor dem Morgengrauen hat es die Teilnehmer, die mit offenem Fenster schliefen, unsanft aus den Federn gepustet. Wie ein Poltergeist auf Speed ist es um halb sechs Uhr morgens durch sämtliche Öffnungen des steil aufragenden Hotels Concorde Lafayette getobt; heulend, scheppernd, klagend. Nicht nett nach dieser sehr netten Nacht im Lido, die erst gegen Mitternacht endete. Bei gefühlter Windstärke acht stemmten sich die unsanft geweckten Teilnehmer kurz darauf durch den quer fegenden Regen zur nahe gelegenen PEUGEOT-Zentrale. Treffen um acht Uhr, Start um neun, Abfahrt der deutschen Viererformation um 10:00 Uhr.

Sven, Falk, Holger und Silke nutzen die Zeit, um die Einträge im Roadbook mit dem Kartenmaterial abzugleichen. Kein Vertrauen ins Navi? „Ich bin Vermesser, das gehört sich so“, sagt Sven. Das ungarische Team sitzt derweil nach: Das Briefing am Samstag hatten sie verpasst, weil ihr Flieger Stunden zu spät gelandet war. Jetzt bekommen sie eine exklusive Einweisung von den Cup-Verantwortlichen. Kein Alkohol während der Tour, keines der Siegel aufbrechen, die Motorraum, Tankklappe und sämtliche Zugänge zur Spritversorgung versperren, kein Abweichen von der vorgeschriebenen Route. Das Regelwerk des PEUGEOT Eco Cup umfasst mehrere Seiten. Quintessenz: Wer trickst, ist raus. Wer abends zu spät in den Hotels ankommt, auch.

31 Stunden haben die Teilnehmer insgesamt Zeit, um von Paris nach Genf zu kommen. Die Uhr läuft, sobald die Fahrer von Olivier Perez mit der Trikolore-Startflagge das offizielle Zeichen zum Aufbruch bekommen haben. Tapfer hält der Chefstratege des Eco Cup eineinhalb Stunden im Regen aus, dann sind alle 72 Teams auf dem Weg. Elf Stunden Fahrzeit kalkuliert 5008-Chefpilot Falk Neuhäuser für die erste Etappe. 567 Kilometer misst die „verbrauchsoptimierte“ Strecke, auf der das Navteq-Navi die Spritsparer nach Mulhouse lotst.

„Mit einem 52er-Schnitt sind wir gegen 22.30 Uhr da, eine Stunde Pause und ein bisschen Toleranz mit eingerechnet“, sagt der Berliner. Das wollen wir mal hoffen: 23 Uhr ist Deadline. Wer dann nicht im Hotel Novotel Mulhouse Sausheim eingetroffen ist, weil er zu langsam unterwegs war oder warum auch immer, ist raus, (fast) allen Widrigkeiten zum Trotz.

Eintrag erstellt am Sonntag, den 28. Februar 2010