Herrschaftlich blickt das Imperial Palace auf den kristallklaren See von Annecy. Tagsüber schmückt sich der schneeweiße Prachtbau mit den umliegenden Bergen, abends sorgt eine aufwändige Lichtinszenierung für angemessenen Pomp. Ein fantastischer Ort für die Abschlussfeier des 1. PEUGEOT Eco Cup. Um 19:30 Uhr – exakt zwölf Stunden nach dem Aufbruch in Mulhouse – geht es im Gänsemarsch aus dem Stadtzentrum hinüber zum Vier-Sterne-Haus am See, vorbei am Parkplatz der Eco-Cup-Flotte. Wehmütig schaut der ein oder andere hinüber zu „seinem“ Auto. Rund 1.000 Kilometer haben die 144 Teilnehmer des Eco-Marathons in den vergangenen zwei Tagen so sparsam wie möglich mit den 72 PEUGEOT 207, 308, 3008 und 5008 abgerissen. Jetzt wollen sie die Ernte ihrer Dieselknauserei einfahren.
Im Foyer des Imperial wartet ein Gläschen Crémant, ein Schuss Crème de Cassis bringt Farbe ins Spiel. Neugierig schwärmen die Teams aus, mit weit aufgesperrten Ohren und der immer gleichen, scheinbar lapidaren Begrüßungsfrage: „Und, wie viel habt ihr verbraucht?“ Schnell machen Fabelzahlen die Runde. 3,2 Liter im 308, 3,5 Liter im 5008 – laut Bordcomputer. Niemals, raunen viele, das wäre ja deutlich besser als der eigene Schnitt. So was kann ja gar nicht sein. Oder etwa doch?
21 Uhr, Platz nehmen im Saal. Jedes Teilnehmerland hat einen eigenen Tisch, so fällt es Chef-Conferencier Christian leicht, Stimmung in die Runde zu bringen. „Wir begrüßen das belgische Team“, „Wo sind die Italiener?“, „Hello Great Britain!“. Ein dankbares Warm-up, professionell wie im Club Med. Videos der Tour und Diashows der einzelnen Stationen illustrieren die Zeit zwischen den drei Gängen des Menüs. Kurz vor 23 Uhr verkündet Tourleiter Olivier Perez: „Wir haben immer noch zehn Autos zu kontrollieren. Bitte haben Sie Verständnis dafür – das Feld liegt extrem eng beieinander.“ Heißt: Alle waren sehr sparsam unterwegs. Das ist ein Lob. Darauf ein Prost.
22:50 Uhr, erste kleine Preise: Alan Bence, 43-jähriger Polizist aus Zagreb, wird als schwerster Teilnehmer geehrt. Seinetwegen haben alle PEUGEOT 308 (außer seinem) Zusatzgewichte erhalten. Als schwerster Fahrer der 308er-Konkurrenz war der kräftig gebaute Zwei-Meter-Mann halt der Maßstab. Joe Palma, Journalist aus Portugal, wird 64 an diesem Abend. Auch er bekommt ein kleines Präsent. Eco-Cup-Partner Nokia setzt noch einen drauf: Alle 72 Teams bekommen ein Nokia 6710 mit eingebauter Navi-Funktion geschenkt, das offizielle Handy der Tour.
23:26 Uhr, das Dessert kommt, aber nicht die erhoffte Liste mit den Gewinnern. Dann, endlich, gegen 00:30 Uhr, sprintet Technikchef Julien auf die Bühne. An seiner Seite: die Notarin mit den Ergebnissen der Restspritmessung. Bange Gesichter an allen Tischen. Dann geht es auf Schlag auf Schlag: Bestes Team, Sieger 207, Sieger 308, Sieger 3008, Sieger 5008. Mit Verbräuchen – wow. Am deutschen Tisch macht sich Respekt breit. Aber auch Enttäuschung.
Mit 3,6 Liter Verbrauch laut Bordcomputer und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 73 km/h wurden Hartwig und Michael teamintern als mögliche 308-Gewinner gehandelt, auch Falk und Sven mit 3,8 Liter/100 km im 5008 schienen gute Karten zu haben. Die Sieger liegen deutlich drunter. Mehr dazu in Kürze.
Eintrag erstellt am Dienstag, den 2. März 2010


