|
Schon vor Beginn des 20. Jahrhunderts begann der Erfolgszug
von Peugeot im Motorsport. Bei einem der ersten Automobil-Wettbewerbe,
der 126 km langen Fahrt von Paris nach Rouen, gewann Peugeot
zusammen mit Panhard-Levassor 1894 den ersten Preis des „Petit
Journal“ (damals 5000 Francs) mit einem Schnitt von 26,26
km/h.
Bald darauf traten die ersten echten Rundstreckenerfolge
ein: Georges Boillot gewann 1912 den Grand Prix in Dieppe.
Auf dem neuen Kontinent gelang Peugeot mit drei Erfolgen in
Indianapolis und zwei Grand Prix-Siegen in San Francisco und
Santa Monica noch vor 1920 der Durchbruch.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte Peugeot das Gewicht
auf den Rallyesport. Zum internationalen Profil des Unternehmens
trugen vor allem die Modelle 404 und 504 bei: Zbigniew Nowicki,
Bert Shankland, Ove Andersson und Jean-Pierre Nicolas gewannen
zwischen 1963 und 1978 sechsmal die Safari-Rallye in Kenia.
1981 gewann die Peugeot-Tochter Talbot mit Guy Fréquelin und
Jean Todt den Markentitel in der Rallye-WM. Beifahrer Todt
setzte seine erfolgreiche Karriere als Teamchef fort.
Der Siegeszug des legendären 205 Turbo 16 begann 1984: In
nur zweieinhalb Jahren erzielte Peugeot 16 Siege, zwei Marken-WM-Titel
und je ein Fahrer-Championat mit Timo Salonen und Juha Kankkunen.
Nach dem Verbot der Gruppe B setzte Peugeot das Konzept bei
Wüstenrallyes und beim Pikes Peak-Bergrennen weiter erfolgreich
ein.
1990 wagte sich Peugeot werksseitig auf die Rundstrecke. Nur
ein Jahr später gewann der Sportwagen 905 auf Anhieb den Vize-Konstrukteurstitel
in der Sportwagen-WM. Ein Jahr darauf feierte das Team in
Fahrer- und Marken-WM zwei Meistertitel und gewann die 24
Stunden von Le Mans – ein prestigeträchtiger Erfolg, der sich
1993 wiederholte.
1996 stieg Peugeot mit dem 406 in die Deutsche Super-Tourenwagen-Meisterschaft
ein: Laurent Aiello erreichte auf Anhieb den dritten Platz,
wurde im Folgejahr Meister und gewann 1998 die Vizemeisterschaft
– eine makellose Bilanz.
1999 ist Peugeot neben Ford der einzige Hersteller, der
sich sowohl in der Rallye-WM als auch der Formel 1 engagiert.
Insbesondere das Rallye-Engagement trägt reiche Früchte: Zwischen
2000 und 2002 schafft das Team aus Vélizy den Hattrick in
der Marken-WM, bei den Fahrern ist Marcus Grönholm im Peugeot
206 WRC in den Jahren 2000 und 2002 erfolgreich. Der 206-Nachfolger
307 WRC steuerte ebenfalls seinen Anteil an den insgesamt
27 WM-Siegen bei, den die Marke zwischen 1999 und der Abschiedsaison
2005 einfuhr.
Nach werkseitigem Abschluss des Engagements in der Rallye-WM konzentrierte
sich Peugeot Sport auf die Entwicklung des 908 HDi FAP. Der Dieselsportwagen feierte
2007 seine Wettkampfpremiere und gewann nach Siegen in allen Rennen auf Anhieb den Titel
in der Le Mans Serie und belegte Platz zwei bei den 24 Stunden von Le Mans.
2009 folgte mit dem Fahrertrio David Brabham/Marc Gené/Alexander Wurz
der erste Sieg des Dieselsportwagens bei dem Langstreckenklassiker.
Ganz brach lag der Rallyesport aber trotz des Rückzugs aus der WM nicht.
Für den Kundensport entwickelte Peugeot Sport den 207 S2000,
der mehrere Titelgewinne in der Intercontinental Rally Challenge erzielte.
|